Therapie begleiten
Wenn die Behandlung nicht wirkt
Dass eine Therapie nicht wirkt, ist eingeplant — mehr als 30 Prozent der Behandlungen enden im ersten Jahr. Was dann sinnvoll ist.
Nicht jede Behandlung wirkt, und das ist vorgesehen
Dass eine cannabisbasierte Therapie nicht bei jedem Menschen den erhofften Effekt hat, ist eingeplant. Die Fachinformation von Sativex sieht ausdrücklich vor, das Ansprechen nach vier Wochen zu überprüfen und die Behandlung zu beenden, wenn in diesem anfänglichen Therapieversuch keine klinisch erhebliche Verbesserung eintritt. Ein Beenden ist in diesem Fall kein Scheitern, sondern die vorgesehene Konsequenz.
Wie „Wirkung“ überhaupt gemessen wird
In den Zulassungsstudien zu Sativex galt eine Verbesserung von mindestens 20 Prozent auf einer Skala von 0 bis 10 als klinisch bedeutsam. Das zeigt, dass es nicht um Beschwerdefreiheit geht, sondern um eine messbare, im Alltag spürbare Veränderung. Überlegen Sie vor Beginn gemeinsam mit Ihrer Ärztin, woran Sie beide einen Erfolg festmachen wollen, und halten Sie das schriftlich fest.
Wie häufig eine Behandlung beendet wird
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat für Deutschland ausgewertet, dass in mehr als 30 Prozent der erfassten Fälle die Therapie vor Ablauf eines Jahres abgebrochen wurde. Der häufigste Grund war eine unzureichende Wirkung, gefolgt von Nebenwirkungen. Etwa 60 Prozent dieser Abbrüche erfolgten innerhalb der ersten drei Monate. Sie sind mit dieser Erfahrung also nicht allein.
Warum „einfach mehr nehmen“ keine Lösung ist
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte verweist auf Hinweise aus einzelnen Studien, dass es einen sogenannten Ceiling-Effekt geben kann: Ab einem bestimmten Spiegel führen weitere Dosissteigerungen nicht mehr zu einem zusätzlichen therapeutischen Effekt, während die Nebenwirkungen weiter zunehmen können. Die DGS-PraxisLeitlinie beschreibt entsprechend, dass die Auftitration endet, wenn der gewünschte Effekt eintritt oder Nebenwirkungen die weitere Steigerung begrenzen.
Was Sie zum Gespräch mitbringen sollten
Bringen Sie Ihre Aufzeichnungen mit: seit wann Sie das Präparat anwenden, was sich verändert hat und was nicht, welche Nebenwirkungen aufgetreten sind und wie sehr sie Sie beeinträchtigen, und was Sie im Alltag wieder tun oder weiterhin nicht tun können. Diese Angaben sind die Grundlage dafür, dass Ihre Ärztin die Behandlung sachlich bewerten kann.
Wie es danach weitergehen kann
Welche Möglichkeiten es gibt, wenn eine Behandlung nicht ausreichend wirkt, hängt von Ihrer Erkrankung, Ihren Vorbehandlungen und der aktuellen Erstattungslage ab. Diese Entscheidung trifft Ihre Ärztin. Verändern Sie in der Zwischenzeit weder Dosis noch Präparat eigenmächtig und beschaffen Sie sich kein Präparat außerhalb der ärztlichen Verordnung.
Diese Seite ersetzt kein ärztliches Gespräch und enthält bewusst keine Dosierungsanleitung. Grundlage sind die Fachinformationen der zugelassenen Arzneimittel, die PraxisLeitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, der Abschlussbericht der BfArM-Begleiterhebung und die Gesetzestexte — die Quellenliste steht auf der Übersichtsseite.