Weg zum Rezept · Schweiz

Cannabis auf Rezept in der Schweiz

Seit dem 1. August 2022 braucht es keine Ausnahmebewilligung des BAG mehr — die Ärztin verschreibt direkt. Bezahlt wird fast alles selbst.

Die Bewilligungspflicht ist weg, das Kostenproblem ist geblieben: Die Grundversicherung übernimmt Cannabisarzneimittel nur im Einzelfall, und der Bundesrat hat eine Aufnahme in die Pflichtleistungen zuletzt am 2. September 2026 abgelehnt.

Was sich 2022 geändert hat

Jede Ärztin und jeder Arzt mit eidgenössischer Berufsausübungsbewilligung — seit dem 1. August 2022 ohne Ausnahmebewilligung des BAG.

Geändert durch das Bundesgesetz vom 19.03.2021 (AS 2022 385): Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG nimmt die medizinische Verwendung vom Verbot aus. Eine Ausnahmebewilligung braucht es nur noch für die Forschung.

Quelle: BetmG, Art. 8 (Fedlex) · geprüft am 04.09.2026

Die Schritte

  1. Vorgeschichte dokumentieren

    Bisherige Therapien, Dauer, Wirkung, Nebenwirkungen. In der Schweiz ist das doppelt wichtig, weil eine Kostengutsprache — falls Sie eine anstreben — ausschliesslich über diese Dokumentation läuft. Die Unterlage dafür schreibt Ihr Browser: Arztgespräch vorbereiten — Schweiz.

  2. Ärztin oder Arzt mit eidgenössischer Bewilligung

    Eine Fachrichtung ist nicht vorgeschrieben. Ein Verzeichnis der Ärztinnen und Ärzte, die tatsächlich verschreiben, gibt es nicht — dieses Merkmal führt kein Schweizer Register. Warum wir deshalb keine Liste veröffentlichen.

  3. Betäubungsmittelrezept

    Betäubungsmittelrezept, gültig einen Monat, ausgestellt für höchstens einen Monatsbedarf — begründet bis zu drei.

    Art. 46 und 47 BetmKV.

  4. Apotheke und Magistralrezeptur

    Über Apotheken mit Betäubungsmittel-Berechtigung; die meisten Produkte entstehen als Magistralrezeptur in der Apotheke.

    63 Apotheken und Spitalapotheken mit eidgenössischer Betäubungsmittel-Bewilligung, nach Kanton filterbar, stehen in unserem Verzeichnis — mit der klaren Angabe, was diese Bewilligung nicht bedeutet.

  5. Kostengutsprache — oder Selbstzahlung

    Keine Pflichtleistung. Vergütung nur im Einzelfall nach Art. 71a–71d KVV, mit Kostengutsprache der Krankenversicherung.

    In einem parlamentarischen Dokument von 2026 ist von rund 70 Personen mit Kostenübernahme bei etwa 10.000 Betroffenen die Rede; der Bundesrat lehnte das Postulat 26.3958 am 02.09.2026 ab.

    Kosten in der Schweiz erklärt den Weg über Art. 71a–71d KVV und was realistisch zu erwarten ist.

Was Ihre Ärztin über Sie meldet

Die Schweiz hat den Wegfall der Bewilligungspflicht an eine befristete Datenerhebung geknüpft: Ärztinnen und Ärzte melden Behandlungen mit Cannabisarzneimitteln an das Bundesamt für Gesundheit. Die Meldung ist pseudonymisiert, die Daten werden zehn Jahre aufbewahrt, und die Regelung ist bis zum 31. Juli 2029 befristet. Es lohnt sich, das vorher zu wissen — kein Anbieter in der Schweizer Suchergebnisliste erwähnt es.

Wie gut das funktioniert, sagt das BAG selbst: Im ersten Jahr gingen 724 Meldungen von 384 Ärztinnen und Ärzten ein, und das Amt bezeichnet das Meldeverhalten als selektiv. Für Sie heisst das vor allem: Die kursierenden Patientenzahlen sind keine Zählung.

Telemedizin: die ungeklärte Frage

Rechtlich unscharf: Art. 46 Abs. 1 BetmKV verlangt, dass die verschreibende Ärztin die Patientin selber untersucht hat. Eine offizielle Auslegung für Videokonsultationen liegt nicht vor.

Wir sagen das so deutlich, weil die Schweizer Suchergebnisse von Plattformen dominiert werden, die genau dieses Modell verkaufen.

Weiterlesen

Autofahren in der Schweiz — Nulltoleranz mit einer Ausnahme, die Sie kennen müssen · Alle Fakten zur Schweiz mit Quellen